"Prügelstrafe gehört zum Glauben"
Folter und Züchtigung in der Gegenwart

Eine Zusammenstellung von Berichten seit 2001

 
TELEPOLIS, 30.12.2011
Strafanzeige gegen Evangelikale

Grüne sehen in Erziehungsliteratur mit Prügelempfehlung einen Verstoß gegen & 111 StGB

Die niedersächsische Landtagsfraktion der Grünen hat Strafanzeige wegen evangelikaler Erziehungsratgeber erstattet. Grund dafür sind Züchtigungsempfehlungen in Vorträgen und Büchern, die nach Ansicht der Fraktionsvorsitzenden Miriam Staudte den Tatbestand des § 111 StGB erfüllen, der die öffentliche Aufforderung zu Straftaten verbietet.

Einer der Auslöser der Anzeige war der Prediger Wilfried Plock. Der Leiter der freikirchlichen Dachorganisation Konferenz für Gemeindegründung (KfG) soll in einem auf Video mitgeschnittenen Vortrag unter anderem gesagt haben, dass es "einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben" gebe, auf dem man "Kinder unter Umständen hinschlagen" könne - und zwar "auch mit einer Rute". Einen Bericht über die wegen der Entwendung von Naschzeug vorgenommenen Züchtigung seiner eigenen Kinder "mit dem Stock" schloss er angeblich mit den Worten: "Das soll wehtun!"

Nachdem der Norddeutsche Rundfunk Plock eine Anfrage dazu stellte, wurde der Videomitschnitt aus dem Netz entfernt. Außerdem meinte der Prediger, er mache seine Zuhörer mittlerweile auf mögliche strafrechtliche Folgen ihres Tuns aufmerksam und "überlasse es dann [ihnen], ob sie an dieser Stelle Gott und dem Wort der Heiligen Schrift mehr gehorchen wollen als den Menschen oder nicht".

Bei einem anderen Vortrag im niedersächsischen Garbsen soll Plock den Erziehungsratgeber Eltern - Hirten der Herzen empfohlen haben, den der amerikanische Pastor Tedd Tripp verfasste und in dem ebenfalls angeregt wird, Kinder zu schlagen. Auf einer Vortrags-CD rät der schnauzbärtige Schulgründer Tripp außerdem dazu, Kindern bei Züchtigungen stets "die Hose auszuziehen".

Auch der evangelikale Autor Lou Priolo widmet der fachgerechten Anwendung der Prügelstrafe in seinem Buch Kinderherzen lehren nicht nur ausgesprochen viel Raum, sondern zeigt sich darüber hinaus der Auffassung, dass die Rute "bei jedem Kind" zur Anwendung kommen solle, damit es Gehorsam gegenüber Gott und den Eltern lernt. Vor dem Verprügeln müsse man einem Kind jedoch mitteilen, "dass es gegen Gottes Gesetz verstoßen hat" und "dass es [deshalb] gezüchtigt werden muss". Dann, so Priolo, könnten Prügel "positiv und aufbauend wirken". Der selben Meinung zeigt sich John MacArthur in seinem Buch Kindererziehung - Wir wollen es besser machen. Ihm zufolge müssen Schläge "schmerzhaft genug sein, um die Folgen der Sünde in ausreichender Weise als scheußlich und unvergesslich darzustellen".

Er und andere evangelikale Ratgeberautoren begründen die angebliche Notwendigkeit der "Rute" mit Bibelstellen wie Sprüche 29:15 ("Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, der sich selbst überlassen ist, macht seiner Mutter Schande") und Sprüche 13:24 ("Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald"). Der Meinung, dass die Bibel deshalb Schläge fordert, schließen sich die deutschen Verleger der Erziehungsratgeber allerdings nur teilweise an.

Auch im deutschen Fernsehsender Bibel TV durfte der US-Prediger Charles Stanley 2009 empfehlen, dass man zum Schlagen von Kindern nicht die Hand, sondern eine Rute nehmen solle. Diese Predigt wurde mittlerweile ebenfalls vom Internetportal des Senders gelöscht. An Bibel TV ist (über die EKD-Media GmbH) auch die Evangelische Kirche beteiligt. Man schätzt, dass etwa die Hälfte der 1,3 Millionen deutschen Evangelikalen nicht in Freikirchen, sondern in evangelischen Landeskirchen Mitglied ist. Deren führende Vertreter verurteilten die nun bekannten Erziehungsratschläge jedoch scharf.

Kölner Stadtanzeiger, Köln, 16.09.2011
Die Rückkehr des Rohrstocks
Prügelstrafen für Schüler? Genau das will der britische Premier David Cameron wieder einführen.

Damit wieder Ordnung und Respekt in englische Klassenzimmer einkehren, sollen Lehrer ihre Schülerkörperlich züchtigen dürfen. Das forderte jüngst der britische Premier David Cameron. Ging daraufhin ein Sturm der Entrüstung durch Großbritannien? Zogen besorgte Väter und Mütter mit Protestplakaten vor das Haus Downingstreet 10? Das Gegenteil ist der Fall. Fast die Hälfte aller Eltern in Großbritannien gaben in einer aktuellen Umfrage zu Protokoll, Lehrer sollten undisziplinierte Schüler ruhig mit Schlägen zur Räson bringen. Immerhin noch 40 Prozent der befragten Briten wollen Ohrfeigen und sogar den Rohrstock als allgemeine Bestrafung wieder an den Schulen einführen.

Mit seiner Offensive der „Disziplin und Strenge“ reagiert der britische Premier auf die Jugendkrawalle der vergangenen Monate.

sueddeutsche.de, München, 16.09.2011
Nach den Krawallen in London: Viele britische Eltern befürworten Prügel in der Schule

Seit den schweren Krawallen diskutiert Großbritannien über die Disziplin der Jugend. Einer Umfrage zufolge kann sich fast die Hälfte aller Eltern vorstellen, dass in Schulen wieder körperlich gezüchtigt wird - jeder fünfte Schüler auch.

Renaissance des Rohrstocks: Fast die Hälfte aller Eltern in Großbritannien sind einer Umfrage zufolge der Meinung, dass in Schulen die körperliche Züchtigung wieder eingeführt werden sollte. Sogar jeder fünfte Schüler sei der Auffassung, dass Schläge mit dem Stock oder dem Schuh des Lehrers für mehr Disziplin im Klassenzimmer sorgen könnten. Das angesehene Meinungsforschungsinstitut YouGov hatte für die Umfrage 2014 Eltern von Schülern in weiterführenden Schulen sowie 530 Schüler befragt. Das Bildungsmagazin "Times Educational Supplement" hatte die Umfrage in Auftrag gegeben.
49 Prozent der Eltern waren demnach der Meinung, Schläge seien in Fällen besonders schwerer Disziplinlosigkeit von Schülern angebracht. 40 Prozent sprachen sich dafür aus, den Rohrstock sowie Ohrfeigen generell als Bestrafung von Schülern wieder einzuführen. 53 Prozent sind strikt dagegen. Die meisten Befragten sprachen sich dafür aus, Schulkinder zur Disziplinierung vor die Türe zu schicken, ihnen Strafarbeiten aufzuerlegen oder sie nachsitzen zu lassen.

Prügel an nordirischen Schulen erst 2003 verboten
Wie in Deutschland ist auch in Großbritannien die körperliche Züchtigung von Schulkindern verboten. Allerdings wurde das Verbot weitaus später als in Deutschland eingeführt. Das Verbot an gesetzlichen Schulen trat erst 1987 in Kraft, an Privatschulen regierte der Rohrstock noch deutlich länger, in Nordirland bis 2003.
Seit den schweren Krawallen und Plünderungen von Jugendlichen in London und anderen englischen Städten vor einem Monat ist in Großbritannien eine Diskussion über Disziplin in der Schule entbrannt. Premierminister David Cameron hatte fehlenden Respekt und mangelnde Autorität im Schulsystem als einen der Gründe für die zunehmende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen genannt.

BILD.de, Hamburg, 03.11.2010
Pink: „Kinder brauchen eine ordentliche Tracht Prügel!“ Ihr habe es auch nicht geschadet
Eigene Kids hat sie noch keine, dafür jede Menge handfeste Erziehungstipps auf Lager: „Eltern sollten ihren Kindern eine ordentliche Tracht Prügel verabreichen.“ Das sagte die „Funhouse“-Sängerin jetzt in einem Interview mit der US-Sendung „Access Hollywood“. Sie selbst sei auch so erzogen worden.

Und es habe ihr nicht geschadet: „Mein Vater hat mir Grenzen aufgezeigt, es ist der einzige Grund, warum ich noch lebe. Ich hatte es verdient. Ich hätte mich rausgeworfen, als ich acht war. Ich kam überhaupt nicht mit Autoritäten klar. Ich war böse!“

Pink findet, dass die meisten Eltern heutzutage viel zu sanft sind: „Ich denke,  dass die damit verbundene politische Korrektheit eher was für Weicheier ist.“

WELT ONLINE, Hamburg, 21.10.2010
Lehrer und Schülerin wegen Beziehung ausgepeitscht

Prügelstrafe für eine verbotene Liebe: In Peru wurden ein Lehrer und ein 15-jähriges Mädchen von ihren Familien brutal bestraft.

Ein Lehrer und eine 15-jährige Schülerin sind in Peru wegen einer Liebesbeziehung in einem Akt von Selbstjustiz ausgepeitscht worden. Der 32-Jährige habe sechs, das Mädchen vier Peitschenhiebe erhalten, berichtete die Zeitung „La República“. Die Strafe sei von den Familien der beiden Opfer in dem Anden-Ort Pencapampa festgesetzt worden. Der Lehrer habe sich vergeblich damit zu rechtfertigen versucht, dass die Schülerin in die Liebesbeziehung eingewilligt habe.
...
Nach dem in Peru geltenden Strafgesetzbuch wäre der Lehrer wegen der Beziehung zu einer minderjährigen Schülerin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Quelle: The Star, Alor Star/Malaysia, 17. u. 18.02.2010
Malaysia: Drei muslimische Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr mit Stockschlägen bestraft
Erstmals wurden in Malaysia drei Frauen wegen eines Verstoßes gegen das traditionelle islamische Recht (Schari'a) zu einer Prügelstrafe verurteilt. Die Strafe wegen nichtehelichem Geschlechtsverkehr war am 9. Februar um 10 Uhr örtlicher Zeit von einem regionalen Schari'a-Gericht im Gefängnis von Kajang ausgeführt worden. Zwei der drei Frauen erhielten nach Angaben der malaysischen Onlinezeitung „The Star“ je sechs Schläge mit einem speziellen Rattanstab während die dritte Frau vier Peitschenhiebe erhielt (nach anderen Angaben war es genau umgekehrt).

Geschlechtsverkehr außerhalb einer ehelichen Lebensgemeinschaft gilt nach dem traditionellen islamischen Recht (Schari'a) in Malaysia als Gesetzesverstoß. Ein Sprecher der „Malaysischen Vereinigung der Moschee-Jugend“ (Malaysian Assembly of Mosque Youths) verteidigte auf Nachfrage den Vorgang mit den Worten: „Sehen Sie die Botschaft hinter dieser Strafe. Widerrechtlicher Sex könnte leicht zu weiteren gesellschaftlichen Missständen wie Abtreibung oder Verstoßung von Babys führen. Die Strafe dient als Vorschlag zur Lösung auch anderer sozialer Probleme.“ Frauenrechtsorganisationen wie „Sisters in Islam“ protestierten gegen die Ausführung der Prügelstrafe. Diese stehe im Widerspruch zum Zivil- und Strafrecht in Malaysia.

Das Thema der Prügelstrafe gegen Frauen bewegt seit einigen Monaten die Öffentlichkeit in Malaysia seit letztes Jahr gegen eine 33-jährige Frau ebenfalls eine Prügelstrafe, in diesem Fall wegen Biertrinkens in der Öffentlichkeit, verhängt worden war. Das Urteil ist noch nicht vollstreckt worden.

Die Ausführung der Prügelstrafe gegen die drei Frauen war unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen worden. Die Vollstreckung der Strafmaßnahme wurde unter genauester Beachtung der dafür geltenden Regeln ausgeführt, wie das Heimatministerium mitteilte. Dazu gehört eine eingehende medizinische Voruntersuchung, um sicherzustellen, dass die Delinquentinnen nicht schwanger sind. Außerdem wird auf die genaue Einhaltung der islamischen Kleiderordnung für Frauen geachtet. Heimatminister Datuk Seri Hishammuddin Hussein erklärte, die bestraften Frauen hätten durch die Bestrafung keinerlei Schnittwunden oder Blutergüsse erlitten. Sie hätten jedoch gestanden, dass die Bestrafung sie tief beeindruckt habe und dass sie ihre Taten bereut hätten. Weiter erklärte der Minister: „Sie hoffen ebenfalls, dass andere nicht gegen die Lehren der Religion verstoßen werden.

Quelle: Daily Mail, London, 21.01.2010
Saudi-Arabien: 90 Stockschläge für 13-jährige Schülerin
90 Stockschläge vor ihren versammelten Mitschülerinnen und zwei Monate Gefängnis. Das ist die Strafe, die ein saudi-arabisches Gericht im Osten Saudi-Arabiens gegen eine 13-jährige Schülerin verhängte, weil sie trotz eines an Mädchenschulen Saudi-Arabiens geltenden Verbots ein Fotohandy mit zur Schule gebracht hatte. Nach dem Fund des Mobiltelefons hatte das Mädchen die Schulleiterin angegriffen.

Saudi-Arabien ist in der Anwendung der Prügelstrafe durch Stockschläge weltweit „führend“. In dem Land gilt die durch den Islam legitimierte Rechtsordnung, die so genannte Schari'a. Vor drei Jahren wurden 16 Schüler zwischen 12 und 18 Jahren zu 300 bis 500 Peitschenhieben verurteilt, weil sie sich gegenüber einem Lehrer aggressiv verhalten hatten.

Auch öffentliche Enthauptungen und Kreuzigungen sind in Saudi-Arabien nicht ungewöhnlich. Der Staat greift gegen Verstöße gegen die geltenden Vorstellungen öffentlicher Moral hart durch. Kinovorführungen und öffentliche Musikveranstaltungen sind untersagt. Besondere Polizeieinheiten patrouillieren die Straßen um zu verhindern, dass es zu Begegnungen zwischen Männern und Frauen kommt, die nicht miteinander verwandt oder verheiratet sind.

T-Online.de, Erschienen am 12.11.2009
Torschützenkönig zu 40 Peitschenhieben verurteilt
Der Torschützenkönig der afrikanischen Champions League von 2008 ist von einem sudanesischen Gericht zu 40 Peitschenhieben verurteilt worden, weil er Alkohol getrunken hat.

Der britische Rundfunksender BBC berichtete, der Nigerianer Stephen Worgu sei im August bei einer Verkehrskontrolle alkoholisiert erwischt worden. Den Stürmer, der für den Verein Al Merreikh im nordsudanesischen Omdurman spielt, erwartet darüber hinaus eine Geldstrafe. Im islamischen Nordsudan ist Alkohol illegal. Das Urteil gegen den Fußballprofi ist noch nicht rechtskräftig, sein Anwalt legte Berufung ein.

Strenge Sitten im Sudan
Erst vor wenigen Monaten waren mehrere junge Frauen, unter ihnen eine für die UN arbeitende Journalistin, zu Auspeitschungen verurteilt worden, weil sie Hosen getragen hatten. Die Religionspolizei sah darin "unzüchtiges" Verhalten in der Öffentlichkeit.

Allgemeine Zeitung, Windhoek,
29.07.2009
MAG verlangt Todesstrafe
Monitor Action-Gruppe (MAG) verfolgt härtere Strafen, mehr Schuldisziplin

Im Wahljahr 2009 wird die Monitor Action-Gruppe (MAG), die seit 20 Jahren im Parlament vertreten ist, keine öffentlichen Kundgebungen veranstalten.

Windhoek – Parteiführer Koos Pretorius hat mit seinem Hinweis auf die Wahlstrategie von MAG in einem Gespräch mit der AZ auch auf das kurze mehrsprachige politische Programm aufmerksam gemacht, mit dem seine politische Organisation in den Wahlkampf zieht. Das Programm sei weniger als Wahlmanifest, sondern eher als eine Grundsatzerklärung zu betrachten. Während der letzten Legislaturperiode hat der MAG-Abgeordnete Jurie Viljoen seinen Parteichef Koos Pretorius im Parlament abgelöst.
Unter den elf Punkten kommt MAG direkt zur Sache: „Bringt die Todesstrafe durch ein kompetentes Gericht zurück.“ Das Recht auf Leben müsse auf diese Weise wieder ebenmäßig für Mörder und Opfer gelten. Für den „Mangel an Disziplin und den Kollaps moralischer Werte in Namibia unter der namibischen Bevölkerung“ macht die Partei die weltliche (säkulare) und neutrale Staatsphilosophie verantwortlich. Die Partei richtet die Aufforderung an die Regierung, die Schüler nicht länger durch andere Erziehung/Lebensanschauung an den Staatsschulen zu verwirren, als wie sie in ihren Elternhäusern erführen. „Führt Disziplin, die Anerkennung der Autorität und die angemessene Körperstrafe - ,Prügelstrafe`, heißt es in der deutschen MAG-Version - im Elternhaus, an Schulen, Gerichten und bei den Traditionellen Behörden wieder ein.“

The Independent, London, 22.07.2009
200 Auspeitschungen im Urlaubsparadies
Die Malediven, ein beliebtes Urlaubsziel für Taucher und Palmeninselschwärmer, sind nebst der Touristenidylle ein Reich des religiösen “Friedens”. Gegenwärtig steht etwa 150 Frauen und 50 Männern eine öffentliche Auspeitschungsstrafe bevor. In den meisten Fällen geht es um Vorwürfe bezüglich außerehelicher Beziehungen.

Diesen Monat ist bereits eine 18-Jährige schwangere “Übeltäterin”, die eine Beziehung zu zwei Männern gehabt haben soll, nach 100 Peitschenhieben zusammengebrochen. Meistens trifft die Peitsche nur die Frauen, seltener die Männer. (...) Doch ausländische Imame in den Malediven bemühen sich bereits um eine noch strengere Gesetzesauslegung.

Birmingham News, Alabama, 10.2.2009
Birminghams Bürgermeister fordert Körperliche Züchtigung
Birminghams Bürgermeister Larry Langford hat heute die Verdoppelung der Zahl der Polizei-Offiziere an Birminghams Schulen eingefordert..

In seiner Eröffnungsrede bei der Sitzung des Stadtrates von Birmingham beschrieb Langford den Besuch einer High School am Montag, wo er sah, dass Studierende respektlos sind und Kapuzen und herunterhängende Hosen tragen würden.
Nach dem er den Schulleiter um Hilfe gebeten hatte, um die Studenten zu kontrollieren,  kontaktierte Langford Birminghams Polizeichef AC Roper, um sich ein Bild von dem zu machen, was an den Schulen passiert.

Roper sagte im Rat heute Morgen, dass die Polizei seit August mehr als 250 Festnahmen in Schulen für Delikte wie  Raufen, Drogen- und Waffenbesitz vornehmen musste. Roper sagte, 40 Festnahmen waren es im Januar und 17 bereits im Februar. Roper sagte, dass 15 Polizei-Offiziere in der Stadt die Schulen schützen würden.
"Wir sind jetzt auf Streife in unseren Schulen so wie wir es in unseren Stadtteilen tun", sagte Langford.

Langford wiederholt seine Forderung, dass Eltern mehr Möglichkeiten zur Kontrolle ihrer Kinder haben müssten und beklagt jene Beschränkungen die verhindern würden, dass Lehrer die Kinder zur Disziplinierung körperlich züchtigen können.

"Mit einer traditionellen Auspeitschung kann das, was bei diesen Kindern falsch läuft, gelöst werden", sagte Langford.
Langford sagte, er wollte aggressiv störende Schüler aus den Schulen entfernen.
MailOnline 02.02.2009
Mann verurteilt zu 30 Hieben nach Missachtung des Rauchverbotes auf Saudi Arabien Flug
Ein sudanesischer Mann wurde zu 30 Hieben wegen Rauchens auf einem Inlandsflug der Saudi Arabian Airlines verurteilt...

Die Schläge fügen zwar keine bleibenden Schäden zu, hinterlassen jedoch schmerzhafte Striemen, die bluten und Blutergüsse hinterlassen. Der namentlich nicht genannte Raucher lehnte wiederholt Aufforderungen von Flugbegleitern ab, seine Zigarette auf einem Flug von Qurayyat im Norden von Saudi Arabien zum Roten Meer Hafen Jeddah auszumachen. Nach der Landung des Flugzeuges in Jeddah wurde er verhaftet und unverzüglich der Polizei übergeben...

Im vergangenen April wurde ein Mann gefangen genommen wegen Rauchens auf einem saudischen Inlandsflug und zu 50 Hieben verurteilt. Seine Zigarette löste den Alarm eines Rauchmelder aus, der zu Panik unter den Fluggästen führte.

Nach der Saudischen Scharia oder dem islamische Recht ist das Auspeitschen für eine Reihe von moralischen Straftaten vorgesehen vom Ehebruch bis wenn sich eine Person in der Öffentlichkeit mit einer Person eines anderen Geschlechtes, sofern keine Verwandtschaft besteht, zeigt. Aber es kann auch verhängt werden als Alternative oder zusätzlich zu anderen Strafen, was im Ermessen der Richter liegt. Das Strafmaß reicht von Dutzenden bis zu Tausenden von Schlägen. Für die, die zu Hunderten von Schlägen verurteilt werden, erfolgt die Bestrafung in einem Zeitrahmen von Monaten, verteilt in Einheiten zu jeweils 50 Schlägen.

Daily Telegraph (Sydney, Australia) 23.04.2008
Iran: Auspeitschen oder Gefängnis für gefährliches Autofahren
Autofahrer im Iran, die wegen gefährlichem Verhalten auf den Straßen für schuldig befunden werden, können verurteilt werden zu 74 Peitschenhieben oder zu mehreren Monaten Gefängnis, sagt Iran's Verkehrspolizei-Chef.

"Fahrer, die gefährliche Handlungen begehen, werden vor Gericht verurteilt wegen Verletzung der öffentlichen Ordnung und das Gericht kann Gesetzesübertreter verurteilen zu drei Monaten bis zu einem Jahr Gefängnis oder zu 74 Hiebe," wird Mohammad Rouyanian von der Zeitung Kayhan zitiert.

"Die Fahrzeuge werden auch für eine Woche beschlagnahmt", sagte er.
Die neue Maßnahme wird im nächsten Monat in Kraft treten.

Bis jetzt hat die Iranische Polizei schuldige Fahrer mit einer Geldstrafe, der Beschlagnahme ihrer Führerscheine oder mit dem Einziehen ihrer Autos bestraft.
Fresno Bee (California) 17.01.2008
USA: Arbeitnehmerin darf geschlagen werden
Ein kalifornisches Berufungsgericht hat entschieden, dass die vor Mitarbeitern stattgefundene körperliche Züchtigung von Janet Orlando, einer Frau aus Fresno, keine sexuelle Belästigung sei. Die zentrale Frage beim Urteil des 5. District Court of Appeal war nicht die Tatsache der Züchtigung. Sondern die Jury sollte herausfinden, ob Orlando geschlagen wurde, weil sie eine Frau sei...

Das Gericht hat nun ein neues Verfahren angeordnet....

Die Firma (Anm.: Alarm One Inc.) räumte die Züchtigungen ein, erklärte aber, diese würden ausschließlich dazu genutzt, Mitarbeiter, ob männlich oder weiblich, zu motivieren...

Der Anwalt von Orlando, Nicholas Wagner aus Fresno, erklärte:  "Ich bin überrascht, dass das Gericht den Standpunkt vertritt, wenn Männer und Frauen auf die Art und Weise geschlagen werden, dann ist es OK"... Für Rechtsanwalt K. Poncho Baker, der die Firma vertreten hat, ist das Urteil "eine große Entscheidung"...

Für die Firma Alarm One Inc. sind die Züchtigungen keine sexuelle Belästigungen, da sowohl Männer als auch Frauen geschlagen werden. "Dafür gab es genügend Anzeichen", heißt es vom 5. District Court of Appeal: "Es gab Zeugenaussagen, dass Männer als auch Frauen gezüchtigt wurden, dass Männer und Frauen gleichermaßen die Schläge ausführten und dass Männer und Frauen aus den gleichen Gründen gezüchtigt wurden wie zu spät zu Meetings erscheinen oder Umsätze an Mitbewerber zu verlieren...

Sunday Times (London) 04.11.2007
Afrikanischer Rohrstock zähmt renitente Britische Schüler
Etliche britische Schüler werden nach Ghana geschickt, damit sie dort ihr Schulexamen machen, der Tausch von Schuleschwänzen und Bandenkultur zu traditionellem Unterricht und strenger Disziplin sowie Rohrstockschläge inklusive. "Als ich in London wohnte, war ich im Grunde böße", sagt Abena (16) ....

Nach Afrika übergeben, weit entfernt von der Welt von Gangs, Diebstählen und Messerstechereien, fand sie sich im Faith Montessori Internat in Accra, Ghana's Hauptstadt, wieder, wo die Gebühren  £1,200 im Jahr betragen...
Dort leben sie mit 10 Schülern in einem Schlafsaal...

Abena und drei weitere Britische Schüler in ihrer Schule glauben, dass sie eine strenge Erziehung erhalten, die es so in Großbritannien nicht gibt

"Wenn Deine Freunde wissen, dass Du nach Ghana gehst, dann wissen sie, dass du dort ausgerichtet wirst", sagt Sienam, 17, von Edware, nördliches London, der bereits seit drei Jahren in der Schule in Accra ist...

Laut Oswald Amoo-Gottfried, dem Schulgründer und Direktor, ist der Schlüssel zum Erfolg wie bei Schülern wie Sienam die Art und Weise der Disziplin...: "Ich glaube an Rohrstockschläge", erklärt er. "Ich sage den Eltern: Wenn Sie nicht wünschen, das ihr Kind bestraft wird, gehört Ihr Kind nicht hierher."...
"Kindern muss etwas beigebracht werden. Man darf sich nicht hinsetzen und mit den Kindern über Anordnungen diskutieren -- man sagt ihnen wo es lang geht," sagt er. Kinder werden für schlechtes Benehmen oder fehlenden Schulhausaufhaben geschlagen, nicht aber für schlechte Resultate.

Sienam gesteht ein, dass er "viele, viele Male" von seinen Lehrern in Ghana mit dem Rohrstock gezüchtigt wurde. "Jedesmal, wenn Du etwas tust, von dem Du weißt, das du es nicht tun darfst, oder wenn Du nicht schlecht benimmst, erhält man Rohrstockschläge...

Basler Zeitung 06.12.2007
Schläge gehören in Frankreich zur Erziehung
Die «Fessée», wie das Hinternversohlen beim westlichen Nachbarn genannt wird, ist nach wie vor eine allgemein akzeptierte Erziehungsmethode. In einer am Donnerstag von der Organisation Union des Familles en Europe (UFE) veröffentlichten Studie gaben 96 Prozent der befragten Kinder an, schon mindestens ein Mal derart gezüchtigt worden zu sein. 87 Prozent der Eltern räumten ein, eine Tracht Prügel auf den Allerwertesten gehöre zu ihren pädagogischen Praktiken.

«Das ist auch gut so», sagt Isabelle Bourgois vom deutsch-französischen Forschungsinstitut Cirac in Cergy bei Paris. «Die Erziehung bei uns ist nicht so soft wie in Deutschland.»

Mehrheit gegen Prügelverbot

Staatspräsident Nicolas Sarkozy kündigte im Wahlkampf an, gegen eine grassierende Disziplinlosigkeit vorzugehen. Er machte die 68er für einen moralischen Sittenverfall verantwortlich. An fehlenden «Fessèes» kann es nicht liegen: Pikanter Weise langt die Generation der Studentenbewegung der UFE-Studie zufolge sogar um einen Prozentpunkt häufiger zu als die Nachkriegsgeneration.

Anders als in Deutschland und den meisten anderen europäischen Staaten ist die körperliche Züchtigung von Kindern in Frankreich nicht verboten. Sarkozys Regierung plant kein derartiges Gesetz zum Schutz Minderjähriger, und ignoriert damit eine Forderung des Europarates. Öffentlichen Druck gibt es nicht: 53 Prozent der französischen Eltern sind gegen ein Verbot der Schläge. Und sieben von zehn Kindern gaben in der Studie an, bei einer Familiengründung selbst zu dem schmerzhaften Mittel greifen zu wollen.

Wikipedia zu Fessée:

Fessée ist der Begriff für die körperliche Züchtigung, verabreicht durch eine Reihe von Ohrfeigen oder von Schlägen auf den Hintern. Fessée  kann über der Kleidung, über der Unterwäsche oder auf den nackten Hintern vollzogen werden. Fessée kann mit der bloßen Hand, aber auch mit einem Instrument verabreicht werden (gesehen: Franz. Wikipedia am 8.12.2007).

Der Martinet ist eine mehrriemige, kleine Peitsche, die in Frankreich traditionell vor allem zur körperlichen Züchtigung von Kindern und Jugendlichen ... benutzt wird. Da in Frankreich die elterliche Züchtigung nach wie vor legal ist, wird auch der Martinet noch benutzt, wenngleich Behörden einen maßvollen Umgang mit „die körperliche Strafe verschärfenden Mitteln“ empfohlen hatten. Seit 1984 ist die Anwendung des Martinets zur Bestrafung von Kindern, jedoch nicht von Jugendlichen verboten. Der Martinet gilt als schmerzhafter als der, insbesondere früher in Deutschland, weiter verbreitete Rohrstock oder als das in 23 Bundesstaaten der USA weiterhin zur körperlichen Züchtigung in den Schulen verwandte Paddle, zumal der Martinet fast ausschließlich auf dem nackten Rücken und Gesäß, aber auch auf den Oberschenkeln eingesetzt wird, während mit Rohrstock und Paddle nur das Gesäß gezüchtigt wird (gesehen: Deutschspr. Wikipedia am 8.12.2007).

Presseaussendung UNICEF 3.11.2006
Schläge, die niemand sieht
Weltweit wird Gewalt gegenüber Kindern bis heute vielfach hingenommen und ist sogar in zahlreichen Ländern erlaubt. So haben lediglich 102 von über 200 Staaten körperliche Disziplinierungsmaßnahmen in Schulen verboten. 77 Länder erlauben Schläge in Gefängnissen. In 31 Ländern sind körperliche Strafen vom Auspeitschen bis hin zu Amputationen möglich.

Dies ist Ergebnis der ersten weltweiten UN-Studie „Gewalt gegen Kinder“, die UNICEF gemeinsam mit dem Leiter des Projekts, Paulo Sérgio Pinheiro am Freitag in Berlin vorstellte.

Zum gleichen Thema:
Kölnische Rundschau 3.11.2006

STUDIE: Von der Prügelstrafe...
Körperliche Züchtigungen und Gefängnisstrafen für kleinere Delikte seien in vielen Ländern gesellschaftlich akzeptiert, sagte der Leiter der Studie, Professor Paulo Sérgio Pinheiro. In 31 Ländern seien sogar körperliche Strafen vom Auspeitschen bis hin zu Amputationen möglich...

In 31 Ländern drohten jungen Tätern körperliche Strafen. In islamischen Ländern kann dabei nicht nur eine Straftat, sondern auch ein Bruch religiöser Gebräuche massive Bestrafungen nach sich ziehen.

Die gleiche Zeitung am gleichen Tag zu Züchtigungen in US-amerikanischen Schulen: ... Dann schlug der Direktor dreimal mit dem „Paddle“ zu. Das hölzerne Gerät, das damit gemeint ist, erinnert rein äußerlich ein bisschen an ein Paddel aus einem Boot. Das flache Holzbrett ist aber als reines Züchtigungsinstrument gedacht und in 23 amerikanischen Bundesstaaten an staatlichen Schulen als eben dieses erlaubt - von Alabama über Florida, Mississippi, bis eben Tennessee und Wyoming.  Im Schuljahr 2002 / 03 erhielten laut Statistik allein in den USA 301 016 Schulkinder die Prügelstrafe.
BLICK online 19.10.2006
Jeder Dritte findet Folter okay
Foltermethoden bei Gefangenen sind angebracht, wenn dadurch das Leben anderer gerettet werden kann. Vor allem die jüdische Bevölkerung in Israel vertritt diese Meinung.

Foltermethoden bei Gefangenen sind legitim, wenn dadurch Informationen erlangt werden können, die Unschuldigen das Leben retten können. Dieser Aussage stimmte nicht nur ein großer Teil der Menschen in Israel zu, sondern fast jeder Dritte der 27´000 der weltweit im Auftrag von BBC Befragten.
Die bei «BBC News» veröffentlichte Umfrage zeigt auch: Wo Israel die Liste der Folter-Befürworter mit 43 Prozent anführt, bildet Italien mit 18 Prozent das Schlusslicht. Doch ganz so klar ist es dann eben doch nicht – zumal sich in Israel ein deutlicher Graben zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen abzeichnet. So sprechen sich mit 53 Prozent die Mehrheit der Juden für die Anwendung der Folter aus, während die Muslime des Landes dies mit überwältigender Mehrheit ablehnen...

Die Ergebnisse im Einzelnen:
Land Gegen Folter Für Folter
Australien 75% 22%
Brasilien 61% 32%
Kanada 74% 22%
Chile 62% 22%
China 49% 37%
Ägypten 65% 25%
Frankreich 75% 19%
Deutschland 71% 21%
Großbritannien 72% 24%
Indien 23% 32%
Indonesien 51% 40%
Irak 55% 42%
Israel 48% 43%
Italien 81% 14%
Kenia 53% 38%
Mexiko 50% 24%
Nigeria 49% 39%
Philippinen 56% 40%
Polen 62% 27%
Russland 43% 37%
Südkorea 66% 31%
Spanien 65% 16%
Türkei 62% 24%
Ukraine 54% 29%
USA 58% 36%
Durchschnitt 59% 29%
"BZ" 8.11.2005
Daumen ab für Graffiti-Sprayer
Las Vegas' Bürgermeister Oscar Goodman will hart gegen Schmierer vorgehen: "Wir werden ihnen vor laufender Kamera die Daumen abschneiden"

Las Vegas - Körperliche Züchtigung, die ans folterverwöhnte Mittelalter erinnert. Mit solchen Maßnahmen will der Bürgermeister von Las Vegas gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. Er will den Schmierfinken kurzerhand öffentlich den Daumen abhacken. Oscar Goodman, der selbsternannte "glücklichste Bürgermeister der Welt" sieht sich damit in langer Tradition: In einigen Ländern rollten früher sogar Köpfe, wenn nicht gespurt wurde..., so Goodman in der TV-Sendung "Nevada Newsmaker"...
In der gleichen Sendung sprach sich Goodman auch für die körperliche Züchtigung von Kindern aus, etwa durch Rohrstock oder Peitsche...

"Gameszeitung" 04.04.2005
Folter ist effektiv
Eine recht ungewöhnliche Umfrage zu den Foltermethoden und ihrer Wirksamkeit im Mittelalter haben Take 2 und die FireFly Studios in Deutschland bei dem Institut TNS Infratest in Auftrag gegeben.

Hier die Pressemeldung:
Wie eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest herausgefunden hat, sind derzeit 54,8 Prozent der Deutschen der Auffassung: Strenge Strafen, wie sie im Mittelalter angewandt wurden, wirken effektiver gegen Kriminalität als unser heutiges Bestrafungssystem. Lediglich 34 Prozent der Befragten teilen diese Meinung nicht. Bei der im März 2005 durchgeführten Umfrage im Auftrag der Stronghold 2-Macher unter 2.000 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern kam auch heraus, dass 39,9 Prozent der Bundesbürger die Todesstrafe für Mord oder Kindesmissbrauch befürworten. In den neuen Bundesländern sind es sogar 58,4 Prozent (alte Bundesländer: 35,2 Prozent).
Immerhin 19,3 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die Einführung von Prangern ein wirksames Instrument gegen „Kavaliersdelikte“ wie Ladendiebstahl oder Steuerhinterziehung ist. 10,5 Prozent fordern, so die Stronghold 2-Studie, zur Aufklärung von Mord- oder Entführungsverbrechen sogar Foltermethoden wie Daumenschrauben oder die Streckbank. Der Aussage „Unser bestehendes Rechtssystem ist gut und zeitgemäß“ stimmten dagegen lediglich 44,7 Prozent der Befragten zu.
Die Umfrage wurde aus Anlass der Ende April anstehenden Veröffentlichung des PC-Spiels Stronghold 2 durchgeführt. Die „Mittelalter-Simulation“ versetzt den Spieler in ein glaubwürdig dargestelltes Mittelalter mit bisher nie gesehenem Detailreichtum. Der Spieler kann seine eigenen Burgen bauen, am Burgleben teilnehmen und sogar bei Belagerungen dabei sein. Passend zum Szenario gibt es in dem Mix aus Strategiespiel, Wirtschaftssimulation und Aufbauspiel neben Turnieren, Fest und Gelagen auch Foltereinrichtungen, etwa Streckbänke und Pranger.
 

"SPIEGEL" 06.12.2004
Großbritannien: Prügelstrafe gehört zum Glauben
In Großbritannien ist es seit 1996 untersagt, Kinder in der Schule körperlich zu züchtigen. Eine christliche Privatschule in Liverpool will das Verbot umgehen und klagt sich dazu durch alle Gerichtsinstanzen. Begründung: Die Prügelstrafe gehöre zum Glauben.

Eine christliche Privatschule in Großbritannien hat eine Sondergenehmigung zur Wiedereinführung der Prügelstrafe beantragt. Die Züchtigung von Kindern sei Teil ihrer religiösen Überzeugungen, erklärten Vertreter der Christian Fellowship School in Liverpool am Mittwoch. Der Antrag wurde beim Oberhaus eingereicht, dessen fünf Lordrichter die höchste Rechtsinstanz im Vereinigten Königreich darstellen.
Zwei ranghohe Gerichtsinstanzen hatten die Argumentation der Schule zuvor zurückgewiesen. Die Lehranstalt kämpft seit insgesamt fünf Jahren vor diversen Gerichten für das Recht auf Erziehung mit dem Rohrstock.
Die Prügelstrafe an Schulen wurde in Großbritannien 1996 verboten. Die Liverpooler Schule sieht darin jedoch eine Einschränkung ihres Rechts auf freie Religionsausübung, wie Direktor Philip Williamson erklärte. Sein Anwalt James Dingemans machte geltend, dass es nach britischem Gesetz Eltern gestattet sei, ihre Kinder zu züchtigen. Dieses Recht müssten sie auf Lehrer übertragen können.
Schon im Buch der Sprüche stehe geschrieben: "Bestrafe das Kind mit der Gerte und rette seine Seele vor dem Tod."
Auch in amerikanischen Schulen ist das gefürchtete "Paddling" weit verbreitet, vor allem in den religiös geprägten Bundesstaaten des "Bible Belt". Dort ist das gefürchtete Instrument rund eine Meter lang und ähnelt einem Paddel. Mit Wucht auf den Hintern geschlagen, hinterlässt es Striemen oder sogar Blutergüsse. Zur Züchtigung müssen sich Schüler nach vorne beugen - eine ebenso schmerzhafte wie erniedrigende Prozedur.
Nur 28 amerikanische Bundesstaaten haben die Prügelstrafe offiziell abgeschafft, in den übrigen 22 ist sie noch erlaubt. Laut US-Bildungsministeriums bekamen im Bundesstaat Mississipi 9,8 Prozent der Schüler den Hintern versohlt. Auf den weiteren Plätzen folgen Arkansas mit 9,1 Prozent, Alabama mit 5,4 Prozent und Tennessee mit 4,2 Prozent.
In Deutschland wurde die Prügelstrafe im Klassenzimmer nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst verboten, dann zum Teil erneut eingeführt und erst viel später wieder abgeschafft - in Bayern zum Beispiel 1970, in Baden-Württemberg sogar erst 1976.
Hinter der Initiative der Liverpooler Schule stehen 40 weitere Privatschulen, die allesamt das Verbot der Prügelstrafe als Beschneidung der Religionsfreiheit ablehnen. Der Vorstoß werde auch von den Eltern unterstützt, behauptet der Direktor. Die Gerichtskosten in sechsstelliger Höhe hoffen die streitbaren Pädagogen durch Spenden zu decken. Die Privatschule verlangt ein Schulgeld von mehr als 3000 Euro pro Jahr.
Das höchste Appellationsgericht des Landes hatte zuvor erklärt, Lehrer könnten bei Problemen mit Kindern deren Eltern kontaktieren, die dann eine etwaige Bestrafung selbst ausführen könnten.
Für den Fall, dass die Christian Fellowship School mit ihrer Argumentation vor Gericht durchkommt, liegen bereits konkrete Gebrauchsanweisungen für das Instrument der Prügelstrafe vor. Kleine Kinder könne man "auf die Hände oder die Beine" schlagen. Größere Schüler gehörten auf den Hintern geschlagen, "mit einem Gegenstand, der einem Lineal ähnelt, aber etwa 10 Zentimeter breit ist".

"STERN" 13.08.2004
Glückliches U.S.A.?
Viele US-Schüler, die in diesen Tagen aus den Sommerferien zurückkehren, bringen besser ein gutes Polster mit - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in zahlreichen Klassenzimmern wird immer noch geprügelt. Zwar haben bis heute 28 Bundesstaaten das so genannte Paddling offiziell abgeschafft, doch in den übrigen 22 ist die körperliche Züchtigung weiterhin gestattet.

Organisationen wie das Zentrum für effektive Disziplin in Ohio laufen seit Jahren Sturm gegen die Prügelstrafe an US-Schulen...
Das Wort Paddling kommt von Paddel - so sehen nämlich die rund einen Meter langen hölzernen Instrumente zur Züchtigung aus. Der Delinquent, Junge oder Mädchen, muss sich bücken und wird mit dem Holzpaddel auf das Hinterteil geschlagen. Das ruft zuweilen sogar Striemen und Blutergüsse hervor...
Es wird in den USA nicht überall gleichermaßen geprügelt. Besonders im so genannten Bible Belt, dem religiösen Bibel-Gürtel des Landes und in den Südstaaten greifen Lehrer eher zum Paddel. An der Spitze liegt Mississippi, wo im Jahr 2000 etwa 9,8 Prozent der Schüler das harte Holzbrett zu spüren bekamen. Dahinter liegen Arkansas mit 9,1 Prozent, Alabama mit 5,4 Prozent und Tennessee mit 4,2 Prozent, allesamt traditionelle Südstaaten. "Dort sind es oft auch gerade die Kirchen, die hinter dem Paddling stehen", sagt Block. "Sie sehen die körperliche Züchtigung im Alten Testament verankert."...
Schaut man nicht auf die Prozente, sondern auf die absoluten Zahlen, dann führt Texas beim Paddling: Hier wurden im Jahr 2000 insgesamt 73.994 Schülerinnen und Schüler geprügelt...

"Blick online"
31.07. 2004
Benzin geklaut – an den Pranger gestellt

WASHINGTON – Benzindiebstahl lohnt sich nicht. Das hat eine junge Frau im US-Bundesstaat Maryland auf ungewöhnliche Weise erfahren.
 
Die 18-Jährige füllte an einer Tankstelle in Salisbury ihr Auto mit Benzin – und brauste dann los, ohne die fälligen 12 Franken dafür zu bezahlen.

Doch weit kam sie nicht: Eine Überwachungskamera hatte die Straftat festgehalten. Ein Gericht verurteilte sie dazu, an der betreffenden Tankstelle ein Plakat mit der Aufschrift «Ich wurde beim Stehlen von Benzin erwischt» zu tragen.

Gesagt, getan: Gestern kam die 18-Jährige dem Richterspruch nach und ging mit dem Schild an der Tankstelle auf und ab. Viele Schaulustige, die sich extra versammelt hatten, waren aber bereits wieder verschwunden – die junge Täterin hatte Verspätung.

"Times" 12.04.2004:
Glückliches Großbritannien?
Briten wollen ihre Kinder schlagen dürfen
Nach einer Umfrage sind 60 Prozent für Beibehaltung der Prügelstrafe von 1860

London - Die Mehrheit der Briten will ihre Kinder weiter schlagen dürfen.
Nach einer am Montag (12.04.2004) in der "Times" veröffentlichten repräsentativen Umfrage stemmen sich 59 Prozent der Inselbewohner gegen alle Versuche, die elterliche Prügelstrafe gesetzlich für illegal zu erklären.
Derzeit gilt im Vereinigten Königreich ein Richterspruch aus dem Jahr 1860, wonach es vollkommen in Ordnung ist, sein Kind zu schlagen, wenn es sich um eine "angemessene Züchtigung" handelt.
60 Prozent für Beibehaltung des Gesetzes
Seit Jahren versucht eine Allianz aus 300 Interessengruppen nach dem Bericht vergeblich, Mitbürger und Politiker davon zu überzeugen, dass britische Kinder im Fall körperlicher Gewalt den gleichen Schutz und gleiche Rechte genießen sollten wie Erwachsene. Doch dies ging der Mehrheit der jetzt gut 1.000 Befragten zu weit.
Erst im Jahr 2001 hatte die Regierung konstatiert, ein Verbot der Prügelstrafe in England und Wales sei nicht in die Realität umzusetzen und werde von den Eltern auch nicht akzeptiert.

DER SPIEGEL 37/2003 - 07. Sept. 2003
Türkei-Dossier des Auswärtigen Amtes
Verfeinerte Folter
Demokratische Grundrechte werden in der Türkei noch immer missachtet. In einem Dossier hat das Auswärtige Amt massive Verstöße aufgelistet. Zwar nimmt die Zahl schwerer Übergriffe gegenüber Gefangenen ab, dafür haben die Folterknechte ihre Methoden verfeinert - so, dass Misshandlungen schwerer nachweisbar werden.

Während in der Bundesrepublik zwischen den Regierungsparteien und der Union ein Streit um den möglichen EU-Beitritt der Türkei entbrannt ist, wirft ein aktueller Lagebericht des Auswärtigen Amtes ein Schlaglicht auf die weiterhin schwierige Menschenrechtssituation am Bosporus.

Die Diplomaten Joschka Fischers listen in ihrem jüngsten Türkei-Dossier einmal mehr massive Verstöße gegen demokratische Grundrechte auf: Zwar gebe es seit dem Amtsantritt des reformorientierten Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan "beträchtliche gesetzgeberische Fortschritte". Auf einigen Feldern, etwa bei der Überwachung von Rundfunk und Fernsehen, unternehme aber auch der neue Regierungschef nichts, um die dringend gebotenen Standards zu erreichen.

Die größten Defizite bescheinigt der im August erstellte vertrauliche Bericht den Institutionen von Justiz und Polizei, die häufig Gesetze ignorierten. So habe es "auch im Jahr 2003 Fälle von Folter und Misshandlung gegeben".

Die Zahl schwerer Übergriffe gehe zwar zurück, dafür nähmen Berichte über verfeinerte Foltermethoden zu, die weniger bleibende Spuren hinterließen. Genannt werden "Elektroschocks, Abspritzen mit kaltem Wasser mittels Hochdruckgeräten, Augen verbinden bei Befragungen, erzwungenes Ausziehen, Schlafentzug" oder "die Androhung von Vergewaltigungen".

Noch im Mai habe die Staatsanwaltschaft laut Angaben des Menschenrechtsvereins IHD dessen Räume in Ankara ohne Durchsuchungsbefehl gefilzt. Gegen die Leiterin des IHD-Büros in Istanbul seien Anfang des Jahres 121 Strafverfahren anhängig gewesen - die meisten wegen unliebsamer Meinungsäußerungen. Als weiteren Beleg für die anhaltend schwierige Lage nennt das AA den Prozess gegen vier deutsche Parteistiftungen in der Türkei wegen angeblicher "Geheimbündelei".

Auch wenn das Verfahren im März nach nur vier Tagen eingestellt worden sei, zeige der Fall, dass "es in der Türkei möglich ist, eine auf absurden Anschuldigungen basierende Anklage ohne seriöse Beweise in einen tatsächlich durchzuführenden Strafprozess umzusetzen". CSU-Chef Edmund Stoiber hatte vergangene Woche während des Erdogan-Besuchs in Berlin klargestellt, dass nach Ansicht der Union Beitrittsverhandlungen mit der Türkei nicht in Frage kämen. Kanzler Gerhard Schröder warf der Union daraufhin "Wahlkampfgetöse" vor.

Belfast Telegraph, Northern Ireland,
03. Mai 2003
Zurück zur Rute, fordert ein Bürgermeister
Ein Ulster-Bürgermeister (Anm.: Ulster = Ulster Unionist Party = politische Partei) sprach sich dafür aus, die Rutenstrafe wieder einzuführen, nach dem vier Jugendliche in einem Gang des lokalen Supermarktes Feuer mit Toilettenpapierrollen gelegt hatten.

Dafür sprach sich nach diesem Vorfall in dem örtlichen TESCO-Kaufhaus Bürgermeister Mervyn Rea aus Antrim aus.

Durch schnelles Handeln konnten Personal und die Einsatzkräfte glücklicherweise Schlimmeres abwenden und verhinderten, dass sich das Feier zu weit verbreiten konnte.

Die Polizei räumte ein, dass die Konsequenzen weit aus schlimmer hätten sein können, und lobten Personal und Einsatzkräfte für das Verhindern einer möglichen Tragödie.

Herr Rea schlug vor, dass körperliche Bestrafungen für junge Rowdys als Abschreckungsmittel wieder eingeführt werden sollte. "Dieses Vorkommnis ist absolut beklagenswert und zeigt, dass diese Vandalen nur mutwilliges Zerstören ohne Sorge für die anderen Menschen oder Eigentum in Sinn hatten", sagte er.

"Je schneller wir strengere Maßnahmen ergreifen umso besser (...)"."(...) und körperliche Strafen sind eine gutes Abschreckungsmittel".

"Ich hoffe, dass diese Jugendlichen gefasst und sich Gerichte damit befassen werden und, vielleicht weit aus wichtiger, die Eltern sich mit ihnen befassen".

(...) 
The Mirror, London,
05. April 2003
Umfrage befürwortet Prügelstrafe

Die Mehrheit der irischen Bevölkerung wünscht die Anwendung öffentlich vollzogener Prügelstrafen, um die zunehmende Kriminalität zu bekämpfen, wie eine Umfrage gezeigt hat.

Fast 86 Prozent der 1.000 Personen in Dublin, die auf die Telefonumfrage von FM104 (Anm.: Radiosender)  Donnerstagsnacht reagierten, sagten, dass sie die Einführung der körperlichen Bestrafung wünschten.

Die Abstimmung reflektiert den wachsenden Zorn am Anstieg von ernsthaften Verbrechen wie sexuelle Gewalttätigkeiten und Autodiebstähle.

FM104-Moderator Adrian Kennedy sagte: "Unsere Untersuchung kann hypothetisch gewesen sein, aber die Resultate sind deutlich und überzeugend." 

Eine Untersuchung von Garda (Anm.: Ireland's Nationale Police Service) in dieser Woche hat gezeigt, dass sich Verbrechen um 22 Prozent erhöht haben.

Junge Welt,
 08. Nov. 2001
Mit Elektroschock und Gummischlauch
Informationen um jeden Preis: US-Medien diskutieren Wiederaufnahme der Folterpraxis
Ganze Heerscharen US-amerikanischer Journalisten schwadronieren derzeit über die Frage nach der Zulässigkeit der Folter. Was tun, »wenn Verdächtige nicht sprechen wollen, aber ihre Informationen Tausenden das Leben retten könnten«? Die Diskussion ist ein weiteres Indiz für die zunehmende Unterhöhlung der bürgerlich-liberalen Rechtsordnung in den Vereinigten Staaten durch die Bush-Regierung, die die Gunst der Stunde nutzen will, um ihre Vorstellungen von »Recht und Ordnung« durchzusetzen. Dabei wird die Akzeptanz dieser Entwicklung in der Bevölkerung von den großen Medien gefördert, die sich als Sprachrohr für die Legitimierung der Folter instrumentalisieren lassen.

Bis letzte Woche hatte Newsweek-Feuilletonist Jonathan Alter noch den Ruf eines liberalen Journalisten. Vor dem Hintergrund der Terroranschläge vom 11. September warf er dann jedoch in seiner Kolumne die Frage auf, ob es nicht vielleicht doch legitim sei, mit Hilfe von Folterung an wichtige Informationen zu kommen. »In diesem Herbst des Zornes«, schrieb Alter, »kann sogar ein Liberaler Gefallen an dem Gedanken von Folterung finden.« Einfühlsam fügte er hinzu, man müsse ja nicht gleich elektrische »Viehstöcke oder Gummischläuche« bei den Gefangenen anwenden, die im Zusammenhang mit Terrorangriffen festgehalten werden. Nur, »mit irgend etwas« müßte man doch »die festgefahrenen Untersuchungen des größten Verbrechens in der US-Geschichte wieder in Gang bringen.«

Jonathan Alters Kolumne, die unter dem Titel »Es ist Zeit, wieder an Folterung zu denken« erschien, ließ bei den Menschenrechtsorganisationen rund um die Welt die Alarmglocken läuten. Dabei sind bereits seit Wochen in den großen US-Medien zunehmend Stimmen zu Wort gekommen, die sich für die Folterung von Terrorverdächtigen aussprechen, wenn diese nicht reden wollen. In der vergangenen Woche forderte etwa Shepard Smith, der bekannte Sprecher des Nachrichtensenders FOX, in seiner Sendung dazu auf, das Thema »Folterung« zu diskutieren. Seine Zuschauer fragte er, ob Polizisten die Erlaubnis bekommen sollten, »alles, auch schreckliche Dinge, zu tun, um Verdächtige zum Plaudern zu bringen?«

Der Historiker Jay Winik veröffentlichte im Wallstreet Journal einen Artikel, in dem er von der Folterung des 1995 überführten Terroristen Abdul Hakim Murad durch philippinische Behörden berichtete. Das Geständnis Murads habe dazu geführt, den Plan der Terroristen, fast ein Dutzend US-amerikanische Passagierflugzeuge zu kapern und in den Pazifik oder auf das CIA-Hauptquartier in Virginia zu stürzen, rechtzeitig aufzudecken. Anschließend stellte Winik die Frage, was wohl geschehen wäre, »wenn Murad in Amerika in Haft gewesen wäre?« Zwar befürwortet Winik nicht ausdrücklich den Gebrauch von Folter, der US-Regierung empfiehlt er aber, wie während vergangener Kriege die persönlichen Freiheitsrechte empfindlich zu beschneiden. In der Online-Zeitschrift Slate gibt es für die Autorin Dahlie Lithwick bereits keine Zweifel mehr: »Die Folter funktioniert, wenn es darum geht, von Terroristen und ihren Anhängern Informationen zu bekommen.«
Nachrichtenagentur AFP
09. April 2001
540 Peitschenhiebe für Ehebruch
DUBAI (AFP) - Ein islamisches Gericht im Golf Emirate von Fujairah hat drei Frauen aus Sri Lanka, einen Mann aus Bangladesch und einen Mann aus Indien zu Gefängnisstrafen und zusammengenommen zu 540 Peitschenhiebe wegen Ehebruchs verurteilt, berichtete eine Zeitung am Montag.

Bimala Duaji wurde zu 120 Peitschenhiebe und 15 Monate Gefängnis verurteilt, während ihr Geliebter aus Bangladesch, Farouq Miah, 90 Peitschenhiebe und 11 Monate Gefängnis erhielt, berichteten die Gulf News.
Das Gericht verurteilte ebenso Jenny Farmelha Abdeen zu 120 Peitschenhiebe und 15 Monate Gefängnis, während ihr indischer Geliebter, Faswa Mubaharan Bijoy, 90 Peitschenhiebe und 11 Monate Gefängnis erhielt mit danach folgender Ausweisung.
Im dritten Fall bekam Sulinda Chandra auch 120 Peitschenhiebe und 15 Monate Gefängnis, während ihr Geliebter, ein Bürger aus dem Emirat, lediglich als S.M.S. benannt, freigesprochen wurde.

Sharia Gerichte innerhalb der sieben Stadt-Staaten, die die vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bilden, verhängen schwere Bestrafungen, die gewöhnlich Peitschenhiebe, Gefängnisstrafen und Ausweisungen einbeziehen für Männer und Frauen, die außerehelichen Geschlechtverkehr vollzogen haben. Asiaten machen rund 40 Prozent der Bevölkerung innerhalb der VAE von insgesamt drei Million aus.

Spiegel online
03. Febr. 2001
70 Peitschenhiebe für ein Telefonat
Wer glaubt, 60 Mark Geldstrafe für das Telefonieren am Steuer seien eine drakonische Strafe, sollte Urlaubsreisen nach Saudi-Arabien vermeiden. Dort wird die Nutzung von Handys in Flugzeugen mit Peitschenhieben bestraft.

Dubai - Ein Gericht in Saudi-Arabien hat einen Mann zu 70 Peitschenhieben verurteilt, weil er sein Mobiltelefon während eines Flugzeugstarts benutzt hatte. Wie die Zeitung "El Ektisadiah" am Samstag berichtete, hatte der Offizier auf einem Inlandsflug sich trotz wiederholter Aufforderung durch das Personal geweigert, sein Telefon auszustellen.

Unter Berufung auf Kreise der Saudia Airlines hieß es, in der Vergangenheit seien auf mindestens sieben Flügen der Gesellschaft technische Probleme aufgetreten, die auf die Verwendung von Mobiltelefonen zurückgeführt wurden.

Die Prügelstrafe in unterschiedlichen Ausprägungen ist in vielen Ländern der Erde nach wie vor Gang und Gäbe. Zu den "Prügel-Nationen" gehören unter anderem Angola, Afghanistan, die Bahamas, Bangladesch, Iran, Jamaika, Jemen, Katar, Kenia, Kirgistan, Libyen, Malaysia, Pakistan, Saudi-Arabien, Singapur, Somalia, Sudan, Tansania, Trinidad und Tobago, Uganda und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Die UN-Konvention gegen Folter und andere grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung oder Strafe erfasst die Prügelstrafe nicht. Die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International kritisiert dies seit Jahren und bezeichnet sie als "grausame, unmenschliche und erniedrigende Form der Strafe".

Eine Auffassung, die in vielen Ländern nicht geteilt wird. In islamischen Staaten gehört die Prügelstrafe, gemeinhin mit einer Peitsche vollzogen, zum Strafrepertoire der "Scharia", des islamischen Gesetzbuches. Sie wird als Strafe für zahlreiche Vergehen verhängt.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien sehen hier die drakonischsten Strafen vor: Während Verurteilten in Singapur beispielsweise höchstens 24 Stockhiebe drohen, wird in den Emiraten bis zu 200 Mal zugeschlagen. Saudi-Arabien hält die absolute Spitze: Die Höchststrafe liegt bei 1000 Schlägen, die dann allerdings auf mehrere Monate verteilt werden.

Deutsche Presseagentur
24.01.2001:
17jährige in Nigeria mit 100 Peitschenhiebe bestraft
Nairobi/Abuja (dpa). Ein 17-jähriges Mädchen, das durch eine Vergewaltigung schwanger geworden war, ist im Norden Nigerias mit 100 Peitschenhieben bestraft worden. Wie Regierungssprecher Bashir Sanda in der Hauptstadt Abuja erst am Montag bestätigte, wurde die Strafe nach dem islamischen Recht, der Sharia, im Bundesstaat Zamfara bereits am Freitag vollzogen.

Bariya Ibrahim Magazu war im vergangenen Jahr von drei Bauern aus ihrer Nachbarschaft vergewaltigt worden. Als ihre Schwangerschaft nicht länger zu verbergen war, zeigte ein Polizist sie an. Vor dem Gericht in Zamfara leugneten die mutmaßlichen Vergewaltiger die Tat. Ihr 17-jähriges Opfer wurde zu 100 Peitschenhieben verurteilt, weil vorehelicher Sex nach der Sharia verboten ist. 80 weitere Hiebe galten ihrer angeblichen Verleumdung. Das Gericht setzte die Strafe bis zwei Wochen nach der Entbindung aus.

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen protestierten gegen die Strafe, die ursprünglich am 27. Januar vollzogen werden sollte. Auch hatte die Angeklagte inzwischen Berufung gegen das Urteil eingelegt. "Der Gouverneur von Zamfara wollte der internationalen Protestwelle ein Ende bereiten und ihr mit der Vorziehung der Auspeitschung zuvorkommen" erklärte Regierungssprecher Sanda. Die junge Frau habe die Strafe mit einigen Blutergüssen überlebt und hinterher sogar selbstständig gehen können, beschwichtigten Offizielle aus der Provinz.

Der Vollzug, gegen den am Mittwoch auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef scharf protestiert hat, schürt innerhalb der christlichen Minderheit im Norden des Landes große Ängste. Zamfara war das erste von acht nigerianischen Bundesländern im moslemisch dominierten Norden des Staates, das im vergangenen Januar die Sharia eingeführt hat. Entgegen den damaligen Ankündigungen von Zamfaras Gouverneur Sani Ahmed, Christen hätten durch die Sharia nichts zu befürchten und würden sie nur falsch verstehen, hat das islamische Rechtssystem das Alltagsleben in den acht Provinzen erheblich verändert.

Peitschenhiebe oder Amputationen sind seitdem gängige Strafen. Die Prostituierten sind aus den Stadtbildern verschwunden, Alkohol schwer zu erwerben. Jungen und Mädchen besuchen getrennte Schulen. Frauen müssen sich seitdem verschleiern. Sie dürfen nur noch in den hinteren Reihen von öffentlichen Bussen sitzen oder mit eigens eingerichteten Frauenbussen oder -taxen fahren. Erst kürzlich wurden zwei Motorrad-Taxifahrer zu Peitschenhieben verurteilt, weil sie verbotenerweise Frauen transportiert hatten.

Nigeria, dessen Präsident Olusegun Obasanjo ein gläubiger Christ ist, wird seit Einführung einer Zivilregierung 1999 immer stärker durch die religiöse Trennlinie in der Mitte des Landes geteilt. Der Konflikt um die Einführung der Sharia hat im vergangenen Jahr Hunderte von Menschenleben gekostet.

Zamfara ist eine der ärmsten aber auch rigidestens Provinzen des Landes. Fälle wie der der 17-jährigen Bariya werden dort nicht isoliert bleiben. Die Heranwachsende sah sich gezwungen, aus ihrer Not eine Tugend zu machen: Einer ihrer Vergewaltiger machte ihr offenbar einen Heiratsantrag. Sie sagte zu.

  Eine Site von Rob Miller - eMail prozue@yahoo.com